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Neue Sanitäreinrichtungen im ORION Typ I

 


Der Waschraum im ORION  Typ 1 mag Ende der 60er und Anfang der 70er Jahren angemessen und komfortabel gewesen sein, aber schon beim Kauf meines gebrauchten im Jahre 1981 gefiel mir dessen Waschraumaufteilung nicht. Außerdem war dem Vorbesitzer bereits der Fußboden verfault, weil seine Toilette nicht dicht war, und er das Waschwasser  in die Toilette geleitet  und zum Überlaufen gebracht hatte.

 - Also – Porta-Potti raus, Fußboden neu und eine Monomatic- Toilette eingebaut. – Aber welche Fehlentscheidung !! Toilette leeren ?  In den nächsten Waldweg ,- Niemand in der Nähe ??,- Abflusshebel ziehen und weg. Entsorgungsstationen wie heute gab es damals noch nicht

 Da muss  Anderes her.

Natürlich lege ich Wert darauf meinen ORION auch als solchen zu erhalten, möglichst wenig sichtbare Veränderungen. – Wer in einem alten Baudenkmal lebt will ja auch nicht unbedingt auf heutigen Komfort verzichten

Es müssen her: Abwasserbehälter für Grauwasser, Frischwassertank, Gas- WW-Boiler, automatische Heizung, Duschtasse, Kasettentoilette, neues Waschbecken mit Schlauchbrause usw..

Messen und probieren, alles geht rein.

 

Waschraum ausräumen samt Holzboden und alte Truma- Heizung aus dem Kleiderschrank ausbauen. Aus der äußeren Vertiefung im Polyesterboden wird der Abwassertank. Zunächst musste ich das Auflager für den Holzboden an der Außenwand entfernten, sonst bekam ich den Tank nicht dicht. Danach habe ich mir auf einer glatten ebenen Fläche dünne GFK- Platten angefertigt und daraus die notwendigen Teile für die Endstücke und den Deckel zugeschnitten. Die Endstücke einlaminiert aber seitlich genügend Platz gelassen um noch ein Überlauf- und Entlüftungsrohr einbauen zu können. Als Ablauf dient ein Schieber, den ich  unter dem Wagen angeschraubt habe. Die 4 rostfreien Schrauben dafür sind innen an die Bodenplatte anlaminiert,  wenn man mal den Schieber wechseln muss dann von unten. Also Schraubenmuttern nach unten.

  

 Erste Dichtigkeitsprobe. .ohne einlaminierten Deckel gemacht. Notwendige Schlauchanschlüsse in den Deckel geschraubt , Deckel einlaminiert und unter Druck noch einmal alles auf Dichtigkeit geprüft. Überlaufröhrchen nach außen geführt.

Oberseite mit passender Hartschaumplatte ausgeglichen.

 

Für die Wandbekleidungen und die Duschtasse habe ich mir bei einem Hersteller von Sandwich-Platten, ca. 1,5 mm dicke weiße GFK Platte von der Rolle besorgt
(Fa. Ormocar) und diese für die Wandbekleidung  auf dünnes Sperrholz geklebt. 

Die Duschwanne einschl. der Wände bis zur Toilettenhöhe bestehen aus einem Stück. Die GFK-Platten sind auf den Außenseiten zusammenlaminiert und anschließend mit Sperrholz und Holzleisten verstärkt, die Ecken innen verspachtelt und das Ganze Hochglanz lackiert

Die nicht ganz rechtwinkligen Innenwände habe ich mit Leisten ausgeglichen und nach verlegen aller Leitungen alles zusammengebaut.

 

Die Einbauteile vor dem Zusammenbau .Alles passt durch die Tür !

Die Ecken der Duschtasse sind unter 45 ° ausgeführt. An der Vorderkante zur Tür ist eine ca. 4 cm hohe Schwelle, unter dem Waschbecken ist eine Revisionsöffnung um die Abläufe anschließen zu können.

 

Die Toilette steht auf einer Erhöhung in der Duschtasse. Die Kassette lässt sich nach innen herausziehen. Der Platz ist ausreichend. Dadurch habe ich vermieden den Wagen zu verunstalten und außen eine Klappe einzubauen. Das Spülwasser lässt sich am einfachsten durch den herausziehbaren Einsatz für das Toilettenpapier einfüllen. Ich habe zwar noch eine Zuleitung vom Frischwassertank, diese brauche ich aber nicht. Die Kassette hat eine Entlüftung, ähnlich den SOG-Lüftungen. Die Leitung ist durch den Kleiderschrank über Dach geführt mit einem kleinen Ventilator versehen, 12 Volt, 50x50 mm. Um den Lüfterschlauch anzuschliessen habe ich den ausschwenkbaren Frischwassereinfüllstutzen der Toilette entfernt.

  

 Zur Außenwand hin sind verschiedenen flache Schränkchen eingebaut, dringend notwendig für Haarspray, Kosmetika und sonstigen Kram. Die Türen haben umlaufende Kunststoffprofile und sind mit kräftigen Magnetschnäppern gehalten.

 

 

 Die Fensterecken lassen sich einfach und sauber mit einem Kunststoffprofil 20x20 mm aus dem Baumarkt verkleiden. Kleine Holzschablone anfertigen, das Profil mit Heißluft erwärmen und biegen ohne die Finger zu verbrennen.

Ebenso die Trockenstange für Spültücher usw. am Fenster, Elektro- Isolierrohr mit trockenem Sand füllen, erwärmen und biegen. Das Fenster hat ein einfaches Springrollo.

 

Das Eckwaschbecken habe ich  mit Unterschrank, Warm- und Kaltwasser und Schlauchbrause ausgestattet. Eine Wandaufhängung für die Schlauchbrause erleichtert das Haare waschen.

Blick in den Spiegel

 Ein Spiegel über der Waschbecken in Wandgröße erweitert den Raum optisch erheblich. Schablone angefertigt, beim Glashandel den Spiegel zuschneiden lassen und Bohrungen für Lampen und Kabel nicht vergessen. Spiegel mit Spiegelklebeband befestigt.

 Umbau des Kleiderschranks

 

Nach dem Ausbau der alten Heizung habe ich den abklappbaren Teil der Schranktür nach unten befestigt und darunter Zuluft und Warmluftaustritt eingebaut.

Hinten im Schrank habe ich den Fußboden entfernt, die Vertiefung im Polyesterboden wärmegedämmt , eine Trumatic E 2400 Heizung auf einer Holzplatte verschraubt und diese herausnehmbar aufrecht in der Vertiefung befestigt. Zu- und Abluft für den Gasbrenner gehen  direkt durch die Außenwand. (Können auch durch den Boden geführt werden)

Durch die beiden Luftkanäle ergibt sich am Schrankboten ein Schuhfach .Darüber ist eine nach oben offene, auf Schienen laufende Schublade . Die Kleiderstange wurde höher gelegt.

 Da der Kleiderschrank  viel zu tief ist ergibt sich hinten im Schrank Platz für kleine Wäschefächer mit Plexiglasschieben.

 Der Warmwasserboiler

 Der Truma- Boiler B 10 passt ziemlich genau in die hintere Ecke unter die Sitzbank. Um den Außenwandanschluss sauber hinzubekommen muss der Boiler etwas gekippt werden, das liegt aber im von Truma angegeben zulässigen Bereich. Nach vorn habe ich den Boiler mit einer leichten Trennwand abgesperrt. Die Sitzbank erhält  außerdem hinter dem Boiler eine kleine Revisionsöffnung damit ich an das Ablassventil komme.

Der Frischwassertank

Den Frischwassertank habe ich aus Polyester genau passend für den hinten quer liegenden Staukasten gemacht. Er hat innen zwei  einlaminierte Schlingerplatten. Oben eine Revisionsöffnung. Der Einfüllstutzen liegt verdeckt hinter dem abklappbaren Nummernschild.

Die Entleerung ist durch den Wagenboden geführt.

Im Wassertank  ist eine einfache Tauchpumpe, eine selbstgebastelte elektronische Tankanzeige die aber leider nicht immer funktioniert. Außerhalb des Tanks, hinter dem Boiler befindet sich ein Druckschalter und ein Druckausgleichbehälter an den Wasserleitungen.

 Die Kosten

 Der Einbau erfolgte überwiegend im Jahr 1997.

Die Materialkosten beliefen sich auf ca. 5700 ,-- DM, incl. Lackierung der Duschwanne.

Alles Andere waren eigene Bastelarbeiten die ich leider nicht nachgehalten habe. Damals gab es aber auch diese Internetseite noch nicht.

 

Okt. 2009

C.R.